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Interview mit den Gründerinnen Ursu und Ines

von Deborah Haaksmann

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Coa Goa Grundmaterial: Segel, Sonne, Meer 

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 Erstes Logo, gesprüht mit einer Schablone

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Die ersten Taschenmodelle Allrounder & Daily, mit recyceltem Leder

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Hier die Sitzinsel aus Segel auf einem Kunstfestival mit der interaktiven Installation Pust! von Ines Häfner

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Ein neues Segel im Gepäck! Happy Ursu :-)

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Sonderanfertigung Außenvorhang / Sonnensegel

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Natur ist inspiration pur

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Der Allrounder Small war einer der ersten Modelle

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Die Segel werden gewaschen und luftgetrocknet

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Ursu in Ihrem ersten comesaroundgoesaround Atelier im Santa Catalina viertel in Palma (2012)

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Die Schnittmuster für unsere Taschen

Was ist Coa Goa?

 

Coa Goa ist ein kreatives Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit. Aus gebrauchten Materialien fertigen wir etwas Neues, im Sinne der Kreislaufwirtschaft und mit hohem Anspruch an Verarbeitung, Design und Langlebigkeit. Derzeit verwenden wir ausgediente Segel von Segelschiffen wieder.

 

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Was bedeutet euer Name, Coa Goa? 

Coa Goa steht kurz und spielerisch für comes around, goes around. Es beschreibt unsere Wertschätzung für die Natur, für das Wesen ihrer Kräfte, für Vergehen und Werden. Das übersetzen wir in gestalterische Prozesse, in smartes und ästhetisches Upcycling. 

Die Segel, die wir verarbeiten, waren überall auf den Weltmeeren unterwegs. Wir machen daraus Produkte für Menschen, die die Erde als ihr zu Hause begreifen, wo man sich mit Liebe und Respekt bewegt.

 

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Welche Produkte stellt ihr her?

 

Wir machen Taschen, die vielseitige Begleiter sind für den täglichen Gebrauch. Leicht, widerstandsfähig und mit enormem Fassungsvermögen. Jede Tasche ist ein Einzelstück. Die Farbpalette der ausrangierten Segel gibt die Farbe der Taschen vor. Großsegel, aus denen unser Allrounder gefertigt wird, sind fast immer weiß und haben eine handfeste, robuste Haptik.

Spinnaker-Segel sind leicht und luftig. Daraus machen alle weiteren Modelle. Besonders freut es uns, wenn wir ein buntes Segel in die Hände bekommen, das in pink, gelb oder türkis leuchtet. Zusätzlich arbeiten wir mit naturgegerbtem und gewachstem Blankleder, das mit der Zeit eine besondere Patina erhält. So bekommt jede unserer Tasche ihren eigenen Charakter und kann über viele Jahre hinweg getragen werden.  

 

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Was hat euch auf die Idee gebracht, aus Segeln Taschen zu machen?

 

Vor einigen Jahren schon, 2007/2008, hatten wir ein gemeinsames Atelier in Palma, an der wunderschönen Plaza Quadrado. Ines als Event Visual Artist und Grafikerin und Ursu als Stylistin und Kostümbildnerin. Eines Tages kam ein Freund vorbei und fragte, ob wir was mit einem gebrauchten Segel anfangen könnten. Ursu war gleich ganz begeistert davon und stellte aus diesem ersten Großsegel verschiedene Sachen her. Es entstand ein riesiges Pouf, eine runde Sitzinsel, auf der mehrere Leute gemütlich Platz fanden. Dieses Pouf war Teil des Ping! Kunstfestivals, bei dem Ines ihre interaktive Installation Pust! zeigte. Es entstanden Sonnensegel und verschiedene Polster, auch für Restaurants wie das Ca‘n Punta in Portixol. Und es entstand das erste Taschenmodell, der Allrounder. Das Material Segel war ein großer Faktor. Das hatte etwas von Aufbruchstimmung in eine Neue Welt. 

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Woher bekommt ihr die gebrauchten Segel?

 

Es hat sich auf Mallorca herumgesprochen, daß es uns gibt und somit finden einige Segel einfach so zu uns. Sie werden von den Besitzern oder dem Kapitän eines Segelschiffs zu uns gebracht. Das freut uns besonders, wenn die Segel uns sozusagen „finden“. Dann erhält die oder der Segelspender*in eine Tasche seiner/ihrer Wahl aus dem gespendeten Segel.

Manche Segel bekommen wir von Segelmachereien aus Mallorca. Da kam zum Beispiel durch eine Mitarbeiterin einer Segelmacherei die Idee auf, dass wir als „Bezahlung“ einen Teil unserer Einnahmen an die SAVE THE MED Foundation spenden. Das ist eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die biologische Vielfalt des Mittelmeeres zurückzugewinnen und das Bewusstsein der Bevölkerung zu sensibilisieren. Das Team von SAVE THE MED organisiert regelmäßig Plastik-Sammel-Aktionen an Stränden und besucht Schulen zur Aufklärung.

 

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Welche Zeichen setzt Ihr in der Gesellschaft als Designerinnen? 

 

Umweltschutz ist nicht optional oder hip, Umweltschutz ist eine grundlegende Lebenseinstellung.

Und was unsere Produktphilosophie angeht: Less is More. Vorhandene Materialien benutzen. Kleine Mengen mit viel Liebe und Sorgfalt herstellen. Wege so effizient und kurz wie möglich gestalten und lokal produzieren. 

 

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Wie und wo werden die nachhaltigen Taschen produziert? 

 

Coa Goa Taschen werden in unserer eigenen Manufaktur auf Mallorca gemacht. Dort bekommen wir die Segel und verarbeiten sie direkt Vorort, in der Nähe des Hafens. Nachdem die Segel um die Welt gesegelt sind achten wir darauf, daß sie möglichst wenig mit Verkehrsmitteln unterwegs sind - nur die Reise von Mallorca zum Lager in Deutschland und dann zum Kunden.

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Welche persönlichen Eindrücke und Erfahrungen beeinflussen Euren Designprozess?

 

Liebe zur Natur. Die Welt sehen. Vollkommenheit zu suchen in der Schlichtheit. Funktionalität und Schönheit.

 

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Abenteuer Gründung - Was hat Euch dazu motiviert, den Sprung vom Hobby zum Business zu wagen?

 

Die ersten Taschen, die nur für uns und Freunde waren, haben mehr und mehr Aufmerksamkeit und Nachfrage erzeugt. Von der Idee zur ersten Tasche hin zu dem Entschluss, ein Unternehmen zu gründen, was wir dann im Sommer 2018 getan haben, vergingen 10 Jahre. Unser Shop ging im Januar 2020 online. Wir sind also wirklich ein Slow Fashion Unternehmen! Wir haben uns sehr viel Zeit genommen, einen Businessplan zu schreiben und eine eigene Produktionsstätte vor Ort in Palma de Mallorca aufzubauen.

 

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Was sind die Herausforderungen?

 

Aus kreativen Träumern müssen Unternehmerinnen werden, die fähig sind, auch unternehmerisch zu denken und zu handeln. Hierbei ist uns aufgefallen, daß z.B. Marketing, wie es momentan funktioniert, nichts mit unseren Vorstellungen zu tun hat. Aber wir werden keine Taschen verkaufen, wenn die Menschen unser Projekt nicht kennenlernen. Hier einen Kompromiss bzw. unseren eigenen Weg zu finden ist eine große Herausforderung. (link? Im Artikel 1 Jahr CoaGoa erfährt man viel über das Abenteuer, ein eigenes und nachhaltiges Unternehmen aufzubauen. )

 

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Welches Lebensgefühl schwingt in Euren Produkten mit?

 

Freiheit, Klarheit, Weichheit, Purheit, Lebensfreude.

 

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„Designed by a dreamer“ heißt es auf euren Taschen - wovon träumst du?

Wovon träumt ihr?

 

Dreaming of peace on earth! Dieser Satz beinhaltet so viel für uns. Friede nicht nur als Gegenteil von Krieg, sondern auch ein friedlicher Umgang mit Menschen und mit Mutter Erde. Keine Ausbeutung von nichts und niemandem. Respektvoller Umgang miteinander. Daß alle Menschen den Mut haben, immer mehr Eigenverantwortung über ihr Leben zu nehmen.

Und wir träumen davon, mit verschiedenen Disziplinen zu kollaborieren und weitere Produkte zu entwickeln. Momentan sind wir auf der Suche nach einer veganen Alternative für Leder. Unsere Materialrecherche hat uns zu einem Start-Up geführt, das sich in der Experimentierphase der Produktentwicklung befindet und dazu forscht, wie man Leder aus einer Symbiose von Hefe- und Bakterienkulturen züchtet. Es ist zwar noch etwas früh, darüber zu sprechen, aber genau das, was unsere Zeit so spannend macht. 

 

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Welche Tasche ist euer persönlicher Favorit? 

 

Ines: Daily in Kombination mit dem Together Necessaire für den Kleinkram. Meine Daily Tasche ist seit Jahren täglich im Einsatz und erhält dadurch eine wunderbare Patina. Das Leder wird immer dunkler und lebhafter. Außerdem liebe ich die Neuzugänge Mini und Midi.

 

Ursu: Messbag für jeden Tag und Allrounder für Strand und Einkaufen.

 

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Wo bekommt man eine Tasche von Coa Goa?

 

In unserem online Shop www.coagoa.com/shop 

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und seit Kurzem auch in zwei tollen Läden:

In München in einem tollen Shop für nachhaltige Mode, dem ABOUT GIVEN in der Baader Strasse 55 im schönen Gärtnerplatzviertel.

Im Design-Möbelhaus SEIPP nahe der Schweizer Grenze in der Schaffhauser Straße 36 in Tiengen.

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Unsere Yogamat Bag gibt es ausserdem in den Yogastudios:

Practice in der Lausitzer Straße 9 in Berlin.

Ommm Yoga  in der Turnseestraße 53 in Freiburg i. Br.